Aktuelle Herausforderungen im HR – Recruiter im Fokus

Die Recruitingbranche hat sich in den letzten 20 Jahren rasant weiterentwickelt. Neue Technologien haben die Art und Weise, wie Arbeitgeber Bewerber auswählen und betreuen, verändert. Von Lebensläufen aus Papier über Jobbörsen, Bewerbermanagementsysteme und Online-Assessments hat sich diese Branche rundum erneuert. Während der technologische Fortschritt uns Lösungen für Herausforderungen bietet, die vor einem Jahrzehnt kaum zu bewältigen schienen, entwickelt sich die Branche ständig weiter und Recruiter beschäftigen sich heute mit neuen Herausforderungen bei dem Kampf um die besten Talente:

 

#1: Euer Einstellungsprozess weckt beim Kandidaten kein richtiges Interesse

Es ist keine Überraschung, dass, wenn Ihr einen Kandidaten für vielversprechend haltet, Ihr damit nicht die Einzigen seid. Es ist wahrscheinlich, dass die Positionen, auf die sie sich die Kandidaten bewerben, ähnlich sind und die Vergütung nicht zu sehr variiert. Am Ende sagen viele Kandidaten, dass das Interview ein entscheidender Faktor ist. War es eine positive Erfahrung für sie? Haben sie einen Einblick in die Unternehmenskultur erhalten? Wie war die erste Interaktion mit den potenziellen künftigen Kollegen? War das Gespräch mit den Personalverantwortlichen unangenehm und eher wie ein Verhör als wie ein Austausch auf Augenhöhe? War jemand aus dem Senior Leadership Team in der Endphase involviert, wenn auch nur kurz? Unabhängig vom Arbeitsmarkt sollten vielversprechende Talente während des Prozesses geschätzt und auch entsprechend behandelt werden. Spiegelt Euer Einstellungsprozess dies wider?

Viele unserer Kunden berücksichtigen das, wenn sie sich für Videointerviews entscheiden – insbesondere bei internationalen Einstellungen. Der Prozess kann mit einer Willkommensbotschaft von jemandem aus dem Senior Leadership Team beginnen. Diese Botschaft kann auch genutzt werden, um die Kernwerte des Unternehmens darzustellen, verschiedene Standorte des Unternehmens zu zeigen und somit ein ansprechendes Branding-Video zu erstellen. Die nachfolgenden vorab aufgezeichneten Fragen können dann von einem Personalverantwortlichen gestellt werden, auf die die Kandidaten mit einer Videoaufzeichnung antworten. Die Fragen werden in Zusammenarbeit mit den Hiring Managern und Recruitern so festgelegt, dass sie wichtige wissensbasierte Kriterien adressieren, während sie gleichzeitig dem natürlichen Ablauf eines Interviews folgen. Der Prozess macht Spaß, ist nahtlos, informativ und einzigartig – wie oft beginnt Euer Bewerbungsgespräch bei einem Unternehmen mit einer Begrüßung durch den CEO? Das ist ein Interview, an das man sich für immer erinnern kann.

 

#2: Sei die besondere Schneeflocke, die Du angeblich bist.

Wenn Ihr versucht, die besten Talente zu überzeugen, könnt Ihr sicher sein, dass ein paar Tausend andere Recruiter versuchen, dasselbe zu tun. Wie hebt man sich am Anfang ab? Werden Kandidaten, die mit Eurem Unternehmen nicht vertraut sind, mögen, was sie sehen, wenn sie nach Euch suchen?

Der Aufbau einer durchdachten Arbeitgebermarke ist enorm wichtig, wenn es darum geht, Bewerber zu überzeugen. Wenn es Euer Ziel ist, cool und innovativ zu sein (um anschließend coole und innovative Mitarbeiter zu haben), spiegeln dann Eure Website, Euer Marketingmaterial, Euer ATS und Euer Einstellungsprozess dies wider? Habt Ihr Unternehmensvideos erstellt, die den Kandidaten zeigen, was Ihr bieten könnt? Großartiges Büro, coole Vergünstigungen, lustiges Personal…. lasst es sie wissen!

 

#3: Hiring Manager müssen in den Prozess eingebunden werden.

Die Beziehungen zwischen Recruiter und den Hiring Manager gehören zu den Dreh- und Angelpunkten des Bewerbungsprozesses.

Viele unserer Kunden haben berichtet, dass sich durch die Verwendung von Videointerviews nebenbei die Beziehung zu den Hiring Managern verbessert hat. Als ich anfing, in dieser Branche zu arbeiten, konnte ich das nicht wirklich einordnen. Ich dachte mir: „Ihr beide habt das gleiche Ziel, die besten Talente zu finden, ist eure Beziehung nicht schon sowieso sehr gut?“. Leider ist das oft nicht der Fall. In einer traditionellen Beziehung zwischen Hiring Manager und Recruiter gehen einige Dinge recht schief:

  • Hiring Manager teilen nicht genügend Details darüber mit, was sie suchen. Dies kann besonders häufig in technischen Abteilungen vorkommen, in denen davon ausgegangen wird, dass der Recruiter den Fachjargon nicht verstehen würde.
  • Recruiter schicken schlechte Kandidaten zu langen persönlichen Gesprächen mit den Hiring Managern, da es keine absolute Klarheit über die Erwartungen und den „perfekten Kandidaten“ gibt.
  • Hiring Manager werden aus dem Prozess ausgeklammert, was dazu führt, dass sie länger werden und die besten Kandidaten während des Prozesses abspringen.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie Video-Interviews den Prozess verbessert haben:

  • Vorlagen für Videointerviews werden gemeinsam und kollaborativ erstellt. Der Hiring Manager wird oft berücksichtigt, Fragen werden gemeinsam geklärt und mit einem geringen Zeitaufwand für beide Seiten kann viel erreicht werden. Fragen können je nach Bedarf fachlich, sprachlich, wissensbasiert oder auch persönlich sein.
  • Die Videoantworten der Kandidaten dauern in der Regel 1-3 Minuten und können sowohl vom Recruiter als auch vom Hiring Manager überprüft werden, bevor entschieden wird, ob der Kandidat zu einem Interview kommen soll. Zusammenarbeit und Effizienz werden somit erhöht.
  • Hiring Manager investieren weniger Zeit, sind aber von Anfang an in der Entscheidungsfindung. Sie sind positiver mit dem Ergebnis und ihre Beziehung zum Recruiter ist besser.

Happy Hiring!

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