Messe vs. Unkonferenz – Beste Kombi sich über HR-Trends zu informieren

In den letzten zwei Wochen, hatte ich die Gelegenheit gleich zwei Formate von HR-Veranstaltungen kennenzulernen, namentlich Zukunft Personal und HR BarCamp.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich Euch von meinen Erfahrungen berichten und für mich ein Resümee ziehen – geht das denn überhaupt?!

Der Kontrast hätte nicht größer sein können: Einerseits die Zukunft Personal mit ca. 18.000 Fachbesuchern, 770 Ausstellern und über 450 Vorträgen und andererseits das HR BarCamp als „Unkonferenz*“ mit 100 Teilnehmern und eigen definierten Rahmenprogramm.

Dennoch war das Ziel von beiden Formaten gleich: aktuelle HR-Trends aufdecken, sich darüber informieren und diskutieren, Produkte & Dienstleistungen vorstellen und vorgestellt bekommen und nicht zuletzt: Netzwerken. So konnte ich mich in den letzten zwei Wochen mit den unterschiedlichen Kunden und Partnern von Cammio treffen, was so in der Form, weder vor Ort als auch online, gar nicht möglich gewesen wäre.

Messe

Wenn ich an die Messe denke, denke ich daran, dass man einer Reizüberflutung ausgesetzt war – schöner, besser, mehr: im positiven und auch im negativen. Man wird morgens mit Kaffee-Bechern begrüßt und zum Stand geleitet, Promoter haben Flyer & Süßigkeiten, Aussteller greifen Dich aus der Menge und stündlich ist irgendwo ein Vortrag.

„Die Frage, die sich jedoch stellt: Können HR-ler sich bei dieser Größe überhaupt richtig informieren? Können Aussteller die Standbesucher wirklich als „Interessierte Kunden“ in die Datenbank aufnehmen, oder waren es nur Kaffee-und-Kuchen-Besucher?“

Selbstverständlich ist jeder Besucher, der die Messe besucht mit einem bestimmten Ziel gekommen. Das bedeutet aber auch, dass er sich oftmals im Vorfeld schon interessante Unternehmen rausgesucht hat, mit denen er in Kontakt treten will. Ist das der Fall, ist der Gewinn für das Unternehmen und für den Aussteller enorm. Die Aussteller sind oftmals mit Spezialisten vor Ort. Es können kompetente Fachgespräche geführt werden und tiefgehende Einblicke in die Dienstleistung oder das Produkt gegeben werden. Das gemütliche Schlendern durch die Messe und das Abgreifen der „Laufkundschaft“ gestaltet sich hier jedoch eher schwierig. Viele Besucher schauen schon absichtlich auf den Boden, um nicht von jedem angequatscht zu werden, Gespräche werden evtl. aus Höflichkeit begonnen oder aufrecht erhalten und im Nachgang ist es schwierig zu eruieren, ob es sich für beide Seiten gelohnt hat. Aber egal, ob man mit konkreter Intention kommt oder durch Zufall ins Gespräch kommt, es ist auch ein Stück weit „sehen und gesehen werden“ und das ist bei einer Messe definitiv der Fall, sodass alles andere besser ist, als nicht dagewesen zu sein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir sehr gut gefallen hat, dass ich in den 3 Tagen Messe das gesamte HR Tech Ökosystem zusammen kommt. Cammio als ein Anbieter einer spezialisierten Technologie mit Video Recruiting arbeitet mit vielen Partnern zusammen, um dem Endkunden einen vollständigen Prozess bieten zu können. Es hat mich sehr beeindruckt, wie unsere Partnerlandschaft gewachsen ist und weiterhin wächst. Für mich persönlich ist das Treffen von Partnern auf der Messe sogar genauso wichtig, wie das begegnen von (neuen) Kunden.

Unkonferenz

Die Unkonferenz fällt erst einmal durch den Namen und dem damit fehlenden Bekanntheitsgrad auf: Mal ehrlich – wer war schon einmal auf einer Unkonferenz? Ebenso herrausstechend: die Teilnehmerzahl. Statt einer 5-stelligen Zahl bewegen wir uns hier im 3-stelligen Teilnehmerbereich. Aber Fakt ist: spätestens hier ist jeder interessiert und auch involviert und das bedeutet Motivations- und Mitmachquote bei 95%. Was an diesem Format überzeugt ist die Flexibilität.

„Keiner kann am Ende der 2 Tage sagen, dass die Themen zu langweilig waren oder ein Thema nicht behandelt wurde. Die aktive Teilnahme ermöglicht es, dass sich jeder äußern kann und man in gezielte Diskussionen einsteigen kann.“

Was bei diesem Format fairerweise zu kurz kommt, ist der detaillierte Austausch über Dienstleistungen oder Produkte. Zum einen sind meistens nur 1 oder 2 Mitarbeiter eines Unternehmens vertreten und zum anderen ist es nicht vorgesehen aktiv zu verkaufen oder aktiv zu kaufen. Die Gespräche sind da, aber auf einer ganz anderen Ebene.

Auch der Lerneffekt bzw. das was man am Ende des Tages als Feedback mitnimmt ist ein anderer/s. Man bekommt keine richtigen Antworten auf Fragen, sondern Anregungen. Viele Diskussionen bleiben offenen, weil die Zeit abgelaufen ist, oder weil es einfach kein richtig oder falsch gibt.

Ich denke an dieser Stelle lässt sich streiten, was effektiver ist. Dafür sind die Formate zu unterschiedlich und vielleicht doch nicht so einfach vergleichbar.

Für mich als Vertreter einer Video-Recruiting Software, waren beide Veranstaltungen sinnvoll und lehrreich. Sowohl für den eigenen Vertrieb mit dem Feedback, wie interessant Video-Recruiting für Unternehmen in 2018 ist und auf der anderen Seite für ein Gefühl dafür, was die HR-Community gerade bewegt und welche anderen Themen relevant sind.

Ich für meinen Teil, bin bei beiden Veranstaltungen mit Input nach Hause gegangen.

Und dass ist es doch, was am Ende des Tages zählt: wir haben Input über neue HR-Trends -Themen, -Dienstleitungen und -Produkte und haben ein Gespür dafür, was die Branche bewegt: entweder in Form von Give-away Bags und Infomaterial oder von schnell mitgeschriebenen Infos und neuen Kontakten auf dem Bierdeckel oder im Smartphone.

Ich empfehle Euch, selbst einen Vergleich zu starten.

In diesem Sinne – HAPPY HIRING!

*Für alle, die wie ich, eine Unkonferenz vorher nicht kannten:

Eine 3-stellige Teilnehmeranzahl (HR-Dienstleister und HR-ler aus den Unternehmen gemischt) treffen sich zu einer Zwei-Tages-Veranstaltung. Jeder Teilnehmer kann (muss aber nicht) ein HR-Thema was er gern behandeln möchte in 30 Sekunden pitschen, über alle Pitches wird abgestimmt und 20 Themen werden nominiert und terminiert. Per App informieren sich die Teilnehmer in welchem Raum und zur welcher Uhrzeit, die Sessions stattfinden. Jeder entscheidet selbst, wo er teiltnimmt und kann sich den offenen Diskussionsrunden anschließen.  

Die gesamte Unkonferenz wird abgerundet durch ausreichend Pausen und Zeit zum Netzwerken, Vollverpflegung und optionalen Abendprogramm.

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