Alles eine Frage der Zielgruppe

In meinem letzten Blog Beitrag bin ich auf die „Du–Sie–Thematik“ eingegangen. Mir fällt fast täglich auf, dass es in derzeit einen Wandel in der formellen und informellen Kommunikation gibt – insbesondere im HR Bereich. Was ist der Status Quo: werden Bewerber geduzt oder gesiezt? Und wie macht man es eigentlich richtig? Meine Meinung: Alles eine Frage der Zielgruppe!

Bewerberansprache der Unternehmen

Noch vor ein paar Jahren waren informelle Bewerberansprachen eine Ausnahme. Ob in der Stellenanzeige, der schriftlichen Kommunikation oder bei den (persönlichen) Gesprächen. In den meisten Fällen wurde das förmliche Sie verwendet. Warum? Zum einen ist es die Höflichkeitsform, die in erster Linie genutzt wird, wenn man sich nicht kennt, zum anderen musste eine gewisse Distanz zwischen Bewerbenden und Arbeitgeber hergestellt werden. Nicht zu oft wurde das Du nach Vertragsabschluss angeboten – eine Hürde ist gebrochen!

Und die Bewerbenden? Jetzt mal ehrlich, hättet ihr Euch (früher) getraut einen Ansprechpartner im Unternehmen direkt zu duzen? Selbst wenn bekannt ist, dass das Unternehmen eine Duz-Kultur hat?

Der Wandel der Kommunikation

Immer öfter lese ich, dass in Stellenanzeigen geduzt wird. Spätestens die sozialen Medien, die immer mehr für Candidate Attraction genutzt werden, u.a. facebook, Instagram, TikTok, YouTube lassen die förmliche Ansprache schnell komisch aussehen. Also greift man zum Du. Wohingegen die Business Netzwerke wie LinkedIn oder Xing oft noch förmlich gehalten sind.

Wie dem auch sei – die Kandidatenansprache ändert sich: aber habt ihr mal den weiteren Bewerbungsschritt verfolgt? Bewerbungsformular in „Sie“, überaus freundliche Standardemail, dass die Bewerbung eingegangen ist in förmlichen Deutsch?! Und der erste Kontakt? Duzen oder siezen wir den Bewerber? Aber die noch viel wichtigere Frage: DARF der Bewerber uns duzen?

Unterschiede in der Zielgruppe – aber richtig

Ich bin der Meinung, wir sollten je nach Zielgruppe und Kommunikationskanal entscheiden, ob wir duzen oder siezen: Sales Manager auf LinkedIn – gerne Sie. Trainee über Instagram – bitte Du.
Was jedoch im laufenden Prozess wichtig ist, dass eine Zielgruppen definierte Candidate Journey fortgeführt wird:

  • Vielleicht muss sich eine Instagram-Bewerbung nicht über ein förmliches Bewerbungsformular bewerben.
  • Vielleicht können wir auf die Anforderung Bewerbungsschreiben komplett verzichten, um dem Bewerbenden das Dilemma zwischen „Sehr geehrter Herr/Frau “ und „Hallo“ zu ersparen.
  • Und vielleicht können wir über alternative Bewerbungswege nachdenken, die flexibel die Möglichkeit geben, zwischen formeller und informeller Kommunikation zu unterscheiden?

… Vielleicht schon mal an Cammio Video Interviews, gedacht?

HAPPY HIRING!

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