Skip to main content

All-hands-on-deck:

Der kandidatenorientierte Markt erfordert eine neue Denkweise im Recruiting

Als Experte im Recruiting oder der Talentakquise hast du wahrscheinlich schon so viel über Fachkräftemangel, Arbeiterlosigkeit und die Great Resignation gehört und gelesen, dass du es schon nicht mehr hören kannst. Seit der Druck der Pandemie auf die Volkswirtschaften in aller Welt im letzten Herbst langsam nachlässt, findet sich die Talent Acquisition in einer ganz neuen Realität wieder. Eine Realität, in der die Rollen vertauscht wurden und Bewerber:innen nun Unternehmen rekrutieren. Die Verantwortung, potenzielle neue Teammitglieder anzusprechen und zu überzeugen, verlagert sich vom Recruiting zu einem gemeinsamen Ziel aller Geschäftsbereiche, die ihre Teams halten und vergrößern wollen.   

Recruting ist keine Einbahnstraße mehr

Einstellungsprozesse in einem kandidatengesteuerten Markt erfordern eine zweidimensionale Herangehensweise: Anstatt die Kandidaten aufzufordern, sich dir zu präsentieren, sollte der Schwerpunkt auf einem gleichberechtigten Dialog liegen, bei dem beide Seiten die Möglichkeiten erkunden. Vor nicht allzu langer Zeit konnten Bewerber:innen wegen eines Tippfehlers oder eines fehlenden E-Mail-Anhangs aus dem Prozess geworfen werden, heute sind sie es die Unternehmen, die kritisch bewertet werden. Dabei achten sie zunehmend auf Kriterien, die du bisher vielleicht nicht einmal für wichtig gehalten hast. Deine Chancen, von deinen Bewerbern “eingestellt” zu werden, sind am größten, wenn es dir gelingt, ihnen eine optimale Selbsteinschätzung ihres Matches mit deinem Unternehmen zu ermöglichen.   

Ermögliche deinen Kandidaten eine optimale Selbsteinschätzung ihres Matches mit deinem Unternehmen.

Welchen Beitrag können Fachabteilungen zur Candidate Experience liefern? 

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Recruiting ein entscheidender Faktor für das zukünftige Wachstum ihres Unternehmens ist. Das bedeutet, dass HR und Recruiting-Teams in Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern und den Fachbereichen einen “All-hands-on-deck”-Ansatz verfolgen müssen.  

Laut Glassdoor vertrauen 66 % der Beschäftigten und Arbeitssuchenden den Mitarbeitern am meisten, wenn es um das Thema Vielfalt und Inklusion geht.

Keepin’ it real 

Als Botschafter ihrer Abteilung und ihres Teams können Hiring Manager sehr authentisch darüber erzählen, wie es ist in der offenen Stelle zu arbeiten. Dieses Wissen kannst du nutzen, um dein Unternehmen und dein Stellenangebot während der gesamten Bewerbungsphase von der Konkurrenz abzuheben. Versuchst du, eine Stellenbeschreibung zu schreiben, die auffällt? Der Fachbereich kann dir sicherlich eine neue Perspektive aufzeigen. Suchst du nach Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit eines Kandidaten in seinem überfüllten LinkedIn-Posteingang zu erregen? Warum bittest du deinen Personalverantwortlichen nicht, eine kurze Videobotschaft aufzunehmen, um die Stelle vorzustellen? Laut Glassdoor vertrauen 66 % der Beschäftigten und Arbeitssuchenden den Mitarbeitern am meisten, wenn es darum geht, zu verstehen, wie Vielfalt und Inklusion in einem Unternehmen wirklich aussehen. Im Vergleich dazu gaben nur 6 % der Befragten an, dass sie Recruitern in dieser Frage vertrauen. Das klingt nach einer Superpower des Hiring Managers, die du dir nicht entgehen lassen willst, oder?  

Ein vertrautes Gesicht 

Wenn Fachbereiche in den gesamten Einstellungsprozess eingebunden werden, können sie schon früh eine persönliche Beziehung zu den Kandidaten aufbauen. Gemeinsam könnt ihr der Kommunikation mit den Bewerbern eine persönlichere Note verleihen. Ein vertrautes Gesicht in deinen Nachrichten und Gesprächen, kann das Kandiatenvertrauen verstärken und Probleme wie Ghosting und No-Shows zu reduzieren.   

Fachwissen 

Als Leiter der zukünftigen Abteilung deines Bewerbers wird dein Hiring Manager eine Menge berufsbezogenes Wissen mitbringen. Das macht sie oder ihn zur richtigen Person, um realistische Stellenbeschreibungen zu überblicken und die Fähigkeiten eines Bewerbers zu bewerten, aber auch zu einer wertvollen Informationsquelle darüber, was dein Unternehmen oder deine Abteilung von allen anderen unterscheidet. Genauso wie es im Marketing eine bewährte Praxis ist, bestehende Kunden über ihre Gedanken und Entscheidungen, die zu einer Kaufentscheidung führen, zu befragen, kannst du auch untersuchen, was deine Kollegen in einer bestimmten Abteilung dazu bewegt hat, für dein Unternehmen zu arbeiten? Gibt es eine bestimmte Software, die ihr für eure tägliche Arbeit nutzt und die besonders praktisch ist? Seid ihr wegweisend, wenn es um bestimmte Branchentrends geht? Ist eure Teamstruktur auf eine unkonventionelle, neue Weise aufgebaut? All diese Details könnten genau die Informationen sein, die für deinen Spitzenkandidaten den Unterschied machen.  

Einschlägiges Netzwerk  

Als Experten in dem Bereich, für den du einstellst, verfügt dein Fachbereich höchstwahrscheinlich über ein einschlägiges Netzwerk, über das sie deine Stellenausschreibung verbreiten können. Bitte sie und ihr Team, die Stellenausschreibung in ihren sozialen Medien, aber zum Beispiel auch in Alumni-Gruppen oder mit Bekannten aus der Branche zu teilen. Vor allem, wenn ihr beide bereits darauf geachtet habt, dass die Stellenanzeige die Realität des Arbeitsalltags in dieser Abteilung widerspiegelt und die Einzigartigkeit der Stelle herausstellt, kann der Fachbereich einen erheblichen Einfluss auf die Reichweite und damit auf die Anzahl der relevanten Bewerber haben.  

Gemeinsame Auswahl  

Die Einbindung von Personalverantwortlichen in den (frühen) Auswahlprozess, der zu einer gemeinsamen Einstellungsentscheidung führt, hat mehrere Vorteile. Wenn du die Persönlichkeit, Fähigkeiten, Kompetenzen und Kenntnisse eines Bewerbers aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtest, kannst du den Cultural Fit und Inhaltliche Kompetenz besser einschätzen. Mehrere Perspektiven sind auch eine gute Taktik, um Bias im Auswahlprozess zu reduzieren. Obwohl jede Person, die am Einstellungsverfahren beteiligt ist, ihre eigenen Vorurteile mitbringt, verbessert ein gemeinsamer Ansatz die Transparenz und ermöglicht eine vollständigere Beurteilung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Bewerber:innen ihr zukünftiges Team bereits kennenlernen können, was den Weg für einen reibungslosen Einarbeitungsprozess ebnet.   

Jetzt, wo du weißt, wie wirkungsvoll eine gute Zusammenarbeit mit deinem Hiring Manager sein kann, hör auf zu lesen und geh mit ihm einen Kaffee trinken.  😉 

HAPPY HIRING!